FAQ 2017-10-12T18:51:12+00:00

Häufig gestellte Fragen

Osteopathie

Anders als in anderen europäischen Ländern, erfolgt in Österreich die Zuweisung zur Osteopathie über einen Arzt. Von diesem erhalten Sie einen Verordnungsschein mit einer entsprechender Diagnose und die Zuweisung zur Osteopathie.

Bei der Osteopathie wird der gesamte Körper einschließlich der Organe, der Faszien und des Schädels behandelt, wobei die Osteopathen ausschließlich mit den Händen arbeiten. Mithilfe eines sorgfältigen und vorsichtigen Abtastens werden Ursachen von Schmerzen und Beschwerden erkannt.

Osteopathie soll, durch die richtigen Handgriffe, dem Körper einen Anstoß zur Selbstheilung geben, sodass dieser seine Kraft und Energie neu ausrichten kann. Osteopathie wird bei vielen unterschiedlichen Beschwerden angewandt, angefangen bei Migräne und Rückenschmerzen bis hin zu sehr hartnäckigen chronischen Erkrankungen.

Die Craniosacrale Osteopathie ist ein Teilgebiet der Osteopathie. Ziel der Therapie ist ein unbehinderter Liquorfluss zwischen dem Schädel (Cranium) und dem Kreuzbein (Sacrum).  Es handelt sich hierbei um eine besonders sanfte Form der Therapie. Dadurch kann man sie auch bei Migränepatienten anwenden, die sonst auf Behandlungen der Halswirbelsäule oft mit einer Verschlechterung reagieren.

Im Allgemeinen zahlen nur Privatversicherungen osteopathische Behandlungen.

Kopfschmerzen

Die meisten Triptane werden in Österreich von der Krankenkasse rückerstattet, wenn ein Neurologe die erste Verordnung durchgeführt hat. In anderen Worten: der Neurologe muss das erste Rezept schreiben, weitere Rezepte können dann beim Hausarzt geholt werden.  Triptane können Migräneattacken besser unterbrechen als herkömmliche Schmerzmittel. Sie haben aber eine gefäßverengende Wirkung und dürfen z.B. bei manchen Herzerkrankungen nicht verordnet werden. Daher müssen die Patienten über die Wirkung und Nebenwirkungen des Medikamentes ausführlich beraten werden.

Man muss bei der Migräne auslösende Faktoren, sogenannte Trigger von den Ursachen der Migräne unterscheiden.

  • Die Ursache der Erkrankung liegt in einer Art übermäßigen Reaktionsbereitschaft des Körpers, die zu den Kopfschmerzen führt. Oftmals haben andere Familienangehörige auch Migräne.
  • Die Triggerfaktoren hingegen sind z.B. Stress oder hormonelle Schwankungen, das heißt, die Umstände, die dann zur Migräneattacke führen. Oftmals kann jedoch für die Migräneattacke kein Auslöser gefunden werden, auch das muss akzeptiert werden und ist für die Migräne typisch.

Oftmals werden die Medikamente, die Patienten in der Migräneattacke einnehmen, wieder erbrochen. Falls dies der Fall ist, ist es wichtig, am Anfang der Migräneattacke ein Antiemetikum gegen die Übelkeit einzunehmen. Ca. eine viertel Stunde später, kann ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAID) wie z.B. 2 x 500 mg Acetylsalicylsäure in Form von Brausetabletten eingenommen werden. Falls Sie, weil Ihre Migräneattacken mit den NSAID nicht ausreichend unterbrochen werden können, von Ihrem Neurologen statt dessen ein Triptan verschreiben bekommen haben (Mittel der 2. Wahl), sollten Sie dieses so früh wie möglich in der Kopfschmerzattacke nehmen, jedoch erst, wenn die Kopfschmerzen bereits begonnen haben und die Kopfschmerzepisode sicher als Migräne erkannt wurde.

Wichtig ist auch eine ausreichende Reizabschirmung während der Migräneattacke. Legen Sie sich ein einen dunklen lärmgeschützten Raum. Versuchen Sie, sich zu entspannen, statt weiter zu arbeiten. Ansonsten kann es gut sein, dass Sie im Verlauf der Attacke deutlich mehr Medikamente brauchen werden. Es bringt also nichts, am Anfang der Migräneattacke durchzuhalten. Besser gleich behandeln, dann erholen Sie sich rascher!

Die Verwendung von Kombinationspräparaten wird nicht empfohlen, weil sie öfter zu einem Dauerkopfschmerzes aufgrund eines Medikamenten-Übergebrauchs führen. Außerdem ist die Dosis der einzelnen Medikamente in Kombinationspräparaten oft zu niedrig. So reichen die Einnahme von 500 mg Paracetamol oder 500 mg Acetylsalicylsäure zur Beendigung von Migräneattacken meist nicht aus.

Das Führen eines Kopfschmerzkalenders kann Ihnen helfen, auslösende Triggerfaktoren zu identifizieren. Besonders häufig werden Attacken durch folgende Auslöser getriggert:

  • Veränderungen des Tagesrhythmus
  • Stress und Störungen des Schlaf-Wach- Rhythmus
  • Veränderung des Blutzuckerspiegels durch das Auslassen von Mahlzeiten
  • Hormonelle Schwankungen
  • Zu wenig Flüssigkeitsaufnahme
  • Ungewohnte körperliche Belastungen und Erschöpfung
  • Flackerlicht, bestimmte Gerüche oder Lärm

Zusammenfassend kann man sagen, dass Migränepatienten plötzliche Veränderung des normalen Lebensrhythmus weniger gut tolerieren. Wodurch die Veränderungen herbeigeführt werden, scheint dabei weniger von Bedeutung zu sein. Daher kann auch zu langes Schlafen am Wochenende eine Migräneattacke auslösen.

Als Neurologin bespreche ich zunächst immer die leitliniengerechte Therapie von Kopfschmerzen. Über 80 % aller Migränepatienten haben jedoch Erfahrungen mit komplementären Therapieverfahren.

Hauptsächlich motiviert die Patienten der Wunsch, nichts unversucht zu lassen und selbst gegen ihre Erkrankung aktiv zu werden, sowie der Wunsch nach nebenwirkungsarmen Therapien. Die meisten Patienten nehmen nur sehr ungern Medikamente zu sich. Daher gehe ich auf den Wunsch meiner Patienten ein und biete Schulmedizin und Komplementärmedizin aus einer Hand an.

Schmerzmedizin

Viele der Leidenden kurieren über Wochen und Monate selbst an sich herum, mit Schmerzmitteln und Schonung. Die 12 Wochen bis zur Chronifizierung vergehen da wie im Flug. 80 bis 90 Prozent der Schmerzpatienten suchen nie einen Schmerzspezialisten auf. Die Lösung: suchen sie frühzeitig einen Arzt auf, der sich auf Schmerztherapie spezialisiert hat!

Schmerz empfinden wir, wenn Schmerzreize in das Gehirn weitergeleitet werden. Sie dienen dazu, uns zu warnen und uns z.B. auf eine Verletzung aufmerksam zu machen. Wenn ständig Schmerzreize an das Gehirn weitergeleitet, kann es dazu kommen, dass die Gehirnzellen, die für die Schmerzwahrnehmung da sind, auch dann noch ein Schmerzempfinden auslösen, wenn die Ursache für den Schmerz längt nicht mehr besteht.

Dauert der Schmerz länger als 6 Monate an, spricht man von einer chronischen Schmerzerkrankung. Nach Angaben der Österreichischen Schmerzgesellschaft leiden fast 1,5 Millionen Österreicher an chronischen Schmerzen. 80 bis 90 Prozent der Schmerzpatienten wenden sich jedoch nie an einen Spezialisten.

In Österreich sind Schmerzzentren dünn gesät. Auch sind viele Patienten der Meinung, dass sie mit ihren Schmerzen einfach leben müssten. Doch das stimmt nicht: Schmerzen kann man gut behandeln!

Prinzipiell ist, sobald der Patient ein ausreichendes Maß an Mobilität und Schmerzfreiheit erreicht hat, aktiven Therapien der Vorzug zu geben. Zu Beginn der Schmerzen ist jedoch eine Kombination aus Elektrotherapie mit dem SCENAR Gerät und Bindegewebsmassage zur Normalisierung des Muskeltonus und somit zur Schmerzreduktion sinnvoll und sehr effizient.

Es erscheint sinnvoll, bereits zu Beginn der Erkrankung eine medikamentöse Therapie mit manueller Medizin und z.B. Elektrotherapie zu kombinieren. Hier bieten  sich Behandlungen mit dem TENS Gerät an, weil es sich hierbei und ein Leihgerät handelt, dass die Patienten zu Hause verwenden können. Durch die tägliche Behandlung mit dem TENS Gerät werden körpereigene, schmerzunterdrückende Abläufe im Zentralnervensystem aktiviert.

Man kann die Hautelektroden nicht nur im Bereich des Rückens, sondern auch im Bereich  der Kaumuskulatur verwenden.  Das ist besonders bei Knirschern und Beissern sinnvoll.

Das TENS ermöglicht uns jedoch eine weitere Nutzungsmöglichkeit: man kann es mit Hilfe einer speziellen Ohrelektrode verwenden, um Ohrakupunkturpunkte zu stimulieren. Somit kann, im Sinne eines multimodalen Zuganges, ein weiterer Therapieansatz zur Anwendung kommen.