Medikamenteninduzierter Kopfschmerz 2017-10-11T21:36:02+00:00

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Definition

Der Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln ist ein chronischer Kopfschmerz, der infolge einer regelmäßigen Schmerz- oder Migränemitteleinnahme entsteht. Die betroffenen Patienten nehmen monatelang oft an mehr als 10–15 Tagen pro Monat Medikamente ein. Der Übergebrauch jeglicher Kopfschmerzmittel (Analgetika, Triptane, Benzodiazepine oder Opioide) kann zur Entwicklung eines Kopfschmerzes durch Medikamentenübergebrauch führen. Endgültig lässt sich erst klären, ob es sich wirklich um diese Kopfschmerzart handelt, wenn sich die Kopfschmerzen nach erfolgtem Entzug bessern.

Symptome

Kopfschmerzpatienten mit Analgetikaübergebrauch entwickeln meist einen dumpf drückenden Kopfschmerz ohne vegetative Begleiterscheinungen, der den ganzen Kopf betrifft. Migränepatienten mit Triptanübergebrauch entwickeln hingegen häufig zunächst eine Zunahme der Migränefrequenz mit einen pulsierenden klopfenden Kopfschmerz, teilweise in Verbindung mit Übelkeit.

Therapiemöglichkeiten

Der Medikamentenentzug ist die Therapie der Wahl. Dieser sollte bei Übergebrauch von Analgetika oder Triptanen abrupt erfolgen. Bei Übergebrauch von Benzodiazepinen und Opioiden sollte ein Ausschleichen erfolgen. In Österreich wird bei der der Entzugsbehandlung die stationäre Entwöhnungstherapie zur Erreichung einer Medikamentenpause bevorzugt.  In anderen europäischen Ländern wird der Entzug teilweise auch ambulant oder tagesklinisch durchgeführt.

Für einzelne Patienten ist allein die Aufklärung über die Zusammenhänge ausreichend. Eine medikamentöse Therapie sollte von einer Schulung und Aufklärung der Patienten über den korrekten Umgang den Medikamenten und einer Anleitung zu nicht medikamentösen Verfahren zur Migräneprophylaxe verbunden sein. Bei schwereren Verläufen ist möglichst frühzeitig ein multidisziplinäres stationäres Setting erforderlich. Hierbei sollte es sich um ein Zentrum handeln, dass einen multimodalen, neurologischen, schmerztherapeutischen und schmerzpsychotherapeutischen Ansatz berücksichtigt.

Zur Vermeidung von Rückfällen sollten die Patienten nach der Entzugsbehandlung über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr regelmäßig nachbetreut werden.

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