Kopfschmerzbehandlung mit Neuraltherapie 2017-10-12T18:48:45+00:00

Behandlung von Kopfschmerzen mit Neuraltherapie

Chronische Kopfschmerzen verursachen sehr oft Krankenstände und gefährden manchmal sogar den Arbeitsplatz von Patienten. Zwar sind nicht-medikamentöse Therapieansätze wie Entspannungstechniken, Stressmanagement und Physiotherapie einer medikamentösen Therapie vorzuziehen, bringen jedoch oft keine ausreichende Linderung. Während die pharmakologische Behandlung von akuten Kopfschmerzen weitgehend unproblematisch ist, stellt die Behandlung von chronischen Kopfschmerzen eine Herausforderung da, weil Medikamente oft unerwünschte Nebenwirkungen haben und gerade die gut wirksamen Aspirin ähnlichen Mittel (NSAR – nicht steroidale Antirheumatika) wegen ihrer schädlichen Wirkung auf das Herz und die Niere nur kurzfristig eingenommen werden sollten. Oft werden bei Kopfschmerzen Antidepressiva und Antikonvulsiva verschrieben, jedoch ist auch hier eine Dauertherapie kritisch zu sehen.

Medikamente mit Neuraltherapie einsparen

Neuraltherapie ist hingegen eine rasch wirkende, effiziente Behandlungsmethode, die langfristig helfen kann, Medikamente einzusparen. Es handelt sich hier um ein Verfahren der Komplementärmedizin und bietet die Möglichkeit, auf sanfte Weise auf das Nervensystem einzuwirken. Dafür wird ein Lokalanästhetikum wie Lidocain oder Procain oberflächlich unter die Haut bzw. eine Narbe gespritzt. Die Wirkung beruht dabei nicht auf der direkten betäubenden Wirkung des Mittels, sondern darauf, dass übergeordnete Regelkreise des Körpers beeinflusst werden.

Im gesunden Körper finden ununterbrochen und unbemerkt vom Bewusstsein Abstimmungsvorgänge statt, die unserem Körper erlauben zu regenerieren und sich selbst zu heilen. Das körpereigene Regelsystem ist in der Lage, kleine und kaum spürbare Funktionsstörungen auszugleichen.

Ist jedoch ein Störfeld vorhanden, so kann dieses den Körper an seiner Arbeit hindern. Deshalb wurde dem Phänomen Störfeld in der heutigen Forschung immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Histologisch handelt es sich um eine subklinische Entzündung (silent inflammation) im Gewebe unterhalb der Schmerzschwelle. Durch die wiederholte Umflutung der Störfelder mit einem Lokalanästhetikum kann diese Entzündungsreaktion auch langfristig behandelt und beruhigt werden.

Ablauf der Behandlung

Der Behandlung geht eine genaue Anamnese voraus, bei der vorausgegangene Operationen und Traumen, sowie chronisch entzündliche Krankheiten erfragt werden. Zusätzlich wird der Patient manualtherapeutisch untersucht.

Die meisten Störfelder befinden sich im Kopfbereich (Zähne, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen und Mandeln). Jedoch können alle Narben am Körper Störfeldcharakter haben. Das Störfeld kann lange Zeit kaum bemerkt werden und kaum Symptome verursachen und erst durch einen zusätzlichen Auslöser manifest werden. So sollte zwischen dem unmittelbaren Trigger, der die Schmerzattacke ausgelöst hat und der eigentlichen Ursache unterschieden werden.

Auch Pathologien des Kiefergelenks sollten bei der Kopfschmerzabklärung stets berücksichtigt werden. Die Kranio-mandibulären Dysfunktionen sind häufiger als man annimmt und führen oft zu wiederkehrenden Verspannungen der HWS und Kopfschmerzen.

Wird ein Störfeld gefunden, erfolgt eine Probebehandlung. Meist gibt nach der Behandlung der Tonus in den Kopfgelenken und der gesamten Halswirbelsäule reflektorisch nach, die HWS Beweglichkeit verbessert sich sofort, dann weiß der Therapeut, dass die Therapie erfolgreich war.

Neuraltherapie kann alleine, oder gemeinsam mit anderen Methoden, wie z.B. Osteopathie, verwendet werden und verbessert sogar die Ergebnisse der anderen Therapiemethoden durch Entlastung gestörter Regelkreise.

Manche Kopfschmerzen können nach mehreren solchen Behandlungen völlig verschwinden. Bei der Migräne muss jedoch dazu gesagt werden, dass diese immer wieder auftritt, jedoch die Häufigkeit und Stärke der Attacken mit Neuraltherapie positiv beeinflusst werden kann.

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